EndlichkeitsKompass – Das Onlinemagazin

„Über den Tod wird nicht geredet“ – diesen Satz höre ich bereits von klein auf immer wieder in den unterschiedlichsten Situationen, von verschiedenen Menschen. Ist das Thema auf dem Tisch, wird das Gespräch oft in eine andere Richtung gelenkt. Doch der Tod ist ein Thema, das uns alle betrifft. Ob durch den Verlust eines geliebten Menschen oder eines Tages durch den eigenen Tod – früher oder später erwischt es uns alle.

Im Nachhinein ist die Liste lang mit Dingen, über die man mit den Großeltern gerne noch geredet hätte, die Verzweiflung groß, welche Bestattung sich die Eltern gewünscht hätten oder die Unsicherheit da, was man sich selbst für seine Trauerfeier und die letzten Tage wünscht, was man gerne alles noch gemacht hätte. Viele fühlen sich alleine und überfordert mit ihren Ängsten und ihrer Trauer im Fall der Fälle. Warum also nicht über das Unvermeidliche reden, für das Thema sensibilisieren und sich langsam herantasten – gemeinsam. Warum sich nicht frühzeitig damit auseinandersetzen und einen Weg finden, damit umgehen zu können? Es kann einiges erleichtern, im Ernstfall einen Plan zu haben, sich Gedanken gemacht zu haben und vor allem zu wissen, wo man sich Hilfe holen kann. 

Das Onlinemagazin – ein Bachelorprojekt

Mit der Gründung des Onlinemagazins EndlichkeitsKompass im Rahmen meiner praktischen Bachelorarbeit möchte ich das Tabuthema Tod brechen. Auch darüber sprechen: Ist das Thema Tod und Trauer überhaupt noch ein so großes Tabu? Auf EndlichkeitsKompass erzählen Menschen ihre persönliche Geschichte, wie sie mit dem Tod eines geliebten Menschen umgehen, was ihnen in ihrer Trauer geholfen hat, was sie gerne vorher schon gewusst hätten und was sie heute mit ihrem jetzigen Wissen vielleicht anders machen würden. Außerdem spreche ich mit Menschen, die im Beruf mit dem Thema Tod zu tun haben: Über ihre Arbeit und wie diese einen Einfluss auf ihren Umgang mit dem Thema Sterblichkeit hat. Ein ganz wichtiger Aspekt ist auch der Gedanke an die eigene Endlichkeit. Die Geschichten sollen inspirieren und dabei helfen, dass jeder seinen Weg findet, mit dieser Thematik besser umgehen zu können. Ich möchte Dialoge schaffen und dazu ermutigen, sich auch im privaten Raum offener darüber auszutauschen. Das Besondere: Durch die Vielfalt an Geschichten, Erfahrungen und Bewältigungsstrategien kann jeder für sich selbst etwas mitnehmen. Denn es ist ganz individuell, was Menschen beim Trauern oder dem Gedanken an die eigene Endlichkeit hilft.

Und wer steckt dahinter?

Mein Name ist Lisa, ich bin 22 Jahre alt und studiere derzeit Onlinejournalismus an der Hochschule Darmstadt, mittlerweile im letzten Semester. EndlichkeitsKompass ist mein Bachelorprojekt. Wir haben den Luxus, eine praktische Bachelorarbeit schreiben zu dürfen, um unser Können zu beweisen. Thematisch sind wir dabei völlig freigestellt. Ich habe mich für die Konzeption dieses Onlinemagazins zum Thema „Umgang mit dem (eigenen) Tod“ entschieden.

Warum entscheidet sich ein so junger Mensch für dieses Bachelorthema?

Eine Frage, die ich sowohl in meinem privaten Umfeld als auch von meinen Interviewpartnern immer wieder gestellt bekomme. Die Antwort ist einfach: Mein Partner ist Notfallsanitäter, meine Schwiegermutter arbeitet im Ambulanten Kinderhospizdienst. Der Tod ist bei uns Zuhause immer wieder Thema, häufig wird sich am Esstisch ganz offen darüber ausgetauscht. Während beide meistens sehr gefasst sind, kullern bei mir sehr schnell die Tränen. Ich möchte mich selbst mehr mit der Thematik auseinandersetzten und für mich persönlich einen Weg finden, besser damit umgehen zu können. Auf diese Reise möchte ich Euch mitnehmen.

Launch im Dezember 2020.


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